Tarn-App gegen Gewalt in der Partnerschaft

25. März 2021

Häusliche Gewalt ist in Zeiten der Corona-Pandemie erneut in den Fokus gerückt. Zusätzlich hat uns eine Dunkelfeldstudie der Landesregierung im vergangenen Jahr deutlich vor Augen geführt: Gewalt ist eine Erfahrung, die leider viele Menschen in unserem Land schon machen mussten – und die wenigsten suchen sich Hilfe. Unsere Sorge ist, dass die Scheu, sich zu offenbaren, in Zeiten der Pandemie und des Lockdowns noch größer wird. Denn die Kontrolle, die ein gewalttätiger Partner ausübt, wächst, wenn Menschen auf ihr häusliches Umfeld zurückgeworfen und in anderen sozialen Kontakten eingeschränkt sind.

Als Sprecherin für Frauen und Gleichstellung der CDU-Landtagsfraktion ist es mir wichtig hervorzuheben, dass die Stärkung der Opferrechte und des Opferschutzes ein Kernanliegen der NRW-Koalition ist. Dabei müssen wir jetzt auch die Chancen der Digitalisierung nutzen. Seit September 2020 hat Nordrhein-Westfalen mit dem Opferschutzportal eine niederschwellige digitale Anlaufstelle für Betroffene. Jetzt müssen wir aber auch sicherstellen, dass von Gewalt betroffene Menschen dieses Portal nutzen können. Deshalb wollen wir es als sogenannte Tarn-App weiter ausbauen. Mit diesem technischen Kniff ist die App auf Smartphones nicht ohne Weiteres erkennbar und das bedeutet: Niemand muss Angst haben, von seinem Partner oder seiner Partnerin beim Versuch, Hilfe zu finden, ertappt zu werden. Wir müssen jede Möglichkeit nutzen, um die guten Angebote unseres Opferhilfesystems in NRW auch dorthin zu bringen, wo sie dringend gebraucht werden.

Dazu haben die Fraktionen am heutigen Donnerstag einen Antrag ins Plenum eingebracht:

http://landtag/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-13084.pdf

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