Gute Pläne für Kita-Personal in Grevenbroich

17. Mai 2019

Eine verlässliche Kita für Kinder und Eltern ist unser Ziel. Darum habe ich in meiner Funktion als Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses der Stadt Grevenbroich alle Mitglieder des Ausschusses zu einem Gespräch mit dem Ministerium für Kinder und Familie NRW eingeladen. Denn nur mit gemeinsamer Anstrengung können wir die derzeitige, missliche Kita-Situation in Grevenbroich beseitigen. Thema des Gesprächs war die Frage, wie wir eine gute Personaldecke für alle Kitas schaffen können.

Aus dem nordrhein-westfälischen Familienministerium nahmen an diesem Gespräch Staatssekretär Andreas Bothe sowie der Leiter der Abteilung Kinder und Jugend Herr Walhorn und die Leiterin der Gruppe Frühe Bildung und Kindertagesbetreuung Frau Friedrich teil. Die kompetenten Gesprächspartner auf beiden Seiten diskutierten angeregt, wobei durchaus konkrete Lösungsansätze gefunden werden konnten, um der angespannten Kita-Situation abzuhelfen.

„Ich nehme Ihre sachlichen und konstruktiven Hinweise mit ins Ministerium und werde diese zielführenden Ansätze mit der zuständigen Fachabteilung intensiv diskutieren“ – zeigte sich der Staatssekretär Bothe erfreut über die durchdachten Lösungsmöglichkeiten, um die Personalprobleme der Kitas kurzfristig lösen zu können, die die Mitglieder des JHA vortrugen.

In den 1,5 Stunden, die zur Verfügung standen, sprach man über die positiven Aspekte der Kibiz-Reform, wozu sicherlich die Auskömmlichkeit der Finanzierung für die Träger oder die begehrte PIA-Ausbildung gehört, aber auch über das drängendste Problem des Fachpersonalmangels. „Vorgaben müssen eingehalten werden, wir können nicht jeden einstellen“ brachte der Erste Beigeordnete der Stadt Grevenbroich Michael Heesch das Problem auf den Punkt. „An der Qualität der frühkindlichen Betreuung darf nicht gespart werden“.

„Die Lösung muss sicherstellen, dass die Qualität der Erzieherinnen- und Erzieher-Ausbildung nicht ausgehöhlt wird und die hohen Standards hier beibehalten werden. Gleichzeitig müssen anders qualifizierte Fachkräfte Zugang zur Arbeit in der Kita erhalten.“ erklärte Heesch die zwingenden Ansprüche an die Kinderbetreuung weiter.

Daher war der auf den Punkt gebrachte Vorschlag von Svetlana Tröger aus dem Fachbereich Jugend der Stadtverwaltung Grevenbroich, auch Tagesmütter für bestimmte Altersgruppen in einer Kita zu beschäftigen, zielführend. Damit würden Kinder unter 3 Jahren von den als Tagesmütter und –väter fortgebildeten Personen betreut werden. Deren Einsatzort in der Kita würde für die Erzieherinnen und Erzieher bedeuten, dass hier Zeitkapazitäten für Kinder ab 3 Jahren frei würden.

Damit wird eine Absenkung des Qualitätsstandards in der Kita-Betreuung verhindert. Die Vorteile einer solchen Lösung liegen auf der Hand. Staatssekretär Bothe griff den Vorschlag Frau Trögers auf und versprach ihn in der Fachabteilung des Ministeriums prüfen zu lassen.

Weitere Notmaßnahmen und Übergangsregelungen wurden angesprochen und hier war man sich wieder einig, dass eine kurzfristige Lösung gebraucht wird.

„Rehabilitationspädagogen für Kitas zuzulassen oder eine berufsbegleitende Fortbildung für Kinderpflegerinnen und –pfleger – wir müssen über unkonventionelle Maßnahmen nachdenken“ – betonte Bothe.

„Auch die Wertschätzung der Erfahrung der Kita-Mitarbeiterinnen muss auch deutlich zum Ausdruck kommen. Vor diesem Anspruch ist die Einteilung in „erste Fachkraft“ und „sonstige Fachkraft“ nicht nachvollziehbar, wobei eine „sonstige Fachkraft“ keine Gruppenleitung übernehmen kann und somit keine Karrierechancen hat,“ ergänzte Svetlana Tröger, Fachberaterin der Kindertagesstätten. Auch hier stimmten die anwesenden Teilnehmer zu, dass Berufserfahrung ein wertvolles Gut ist, das anerkannt werden muss.

Abschließend stellte man beruhigt fest, dass die 10 offenen Personalstellen in den Grevenbroicher Kitas mit sehr guten Fachkräften besetzt werden konnten.

Diese erfreuliche Entwicklung entlässt uns jedoch nicht aus der Verantwortung. Daher ist es wichtig, dass wir an einem guten und breit aufgestellten Fachkräftekonzept für alle Kitas arbeiten. Die Kita- Notsituation, die wir gerade in Grevenbroich erleben, ist auch in den umliegenden Gemeinden aus leidgeprüfter Erfahrung bekannt.

 

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